Krampusumzug in Toblach
Am 4. Dezember sollte man es sich in Toblach vielleicht etwas sorgfältiger überlegen, ob man das Haus verlässt oder nicht. An diesem Tag sind hier nämlich die Teufel los. Das heißt genauer gesagt: Der älteste Krampuslauf Südtirols findet statt - mit einer 250-köpfigen Menge an schaurig-angsteinflößenden Krampussen.
Die schaurigen Teufel und Ungeheuer haben traditionell die Aufgabe, alle „unartigen“ Kinder zu bestrafen – während der Nikolaus die artigen unter ihnen beschenkt.
Dieser Brauch geht bereits auf das Habsburgerreich zurück und wurde im 17. Jahrhundert an den Klosterschulen weiterentwickelt: Beim Kinderbischofsfest sollte der Heilige Nikolaus die Kinder auf die Prüfung stellen und nahm sich als Verstärkung die monströsen Gestalten und Teufel mit an seine Seite. Während die Krampusse teilweise vom Knecht Ruprecht verdrängt wurden (norddeutsch-protestantische Gebiete), erhielt sich vor allem im Bereich Österreich, Bayern und auch Tschechien dieses Brauchtum, und das anscheinend bis heute: In ganz Tirol gibt es eigene Krampusumzüge, bei denen als Krampus Verkleidete unter Lärm ihrer Glocken, Geschrei und Feuer durch die Straßen ziehen, um die Passanten zu erschrecken. In Toblach treffen Krampusse aus der Schweiz, Österreich und auch aus Bayern ein; die kunstvoll geschnitzten Masken scheinen um die Wette zu eifern, und die Kostüme sind zwar furchterregend – aber allemal kreativ und für viele durchaus faszinierend.
Gestartet wird der Umzug beim Parkplatz unter der Mittelschule, entlang der St. Johannesstraße führt er dann weiter bis ins Dorfzentrum; anschließend gibt es eine Krampusparty im beheizten Festzelt.
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